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Mit zehn Erbsen zur Energiebalance

24. März 2026
Von Mark Riklin


Über 80 Mitarbeitende aus verschiedenen SBW-Lernhäusern treffen sich im «La Nave» mit dem dortigen Team zu einer gemeinsamen Weiterbildung über Neurodivergenz. Um dem Thema gerecht zu werden, liegt die Verantwortung für das Gelingen des Tages von Anfang an dort, wo sie am besten aufgehoben ist: bei den Teilnehmenden selbst. Mit der freundlichen Zumutung, die bestmögliche Version der Weiterbildung zu gestalten, zugeschnitten auf die Bedürfnisse des eigenen Gehirns.


BUCHS – La Nave, Bühlstrasse 17. Freitagmorgen, kurz vor 10 Uhr, Schulversammlung. Dicht gedrängt sitzen Kinder und Gäste Schulter an Schulter auf der Sitztreppe, dem Herzstück des schiffähnlichen Baus. Ein Junge hebt die Hand. Viele folgen seinem Beispiel, bis es ganz still wird. Dann eröffnet Schulleiterin Karin Stenz die heutige Weiterbildung zum Thema «Neurodivergenz» und führt ein in das sogenannte Erbsenritual.


Zehn Erbsen für den Tag
Kinder und Erwachsene füllen die rechte Hosentasche mit zehn Erbsen. Kostet etwas Energie, wandert eine Erbse von rechts nach links; gibt etwas Energie, geht der Weg in die umgekehrte Richtung. So schärfen sie ihre Wahrnehmung und übernehmen Verantwortung für eine ausgewogene Energiebilanz.

Einige Kinder haben sich für den heutigen Eröffnungsteil entschuldigt. Mit der Begründung, sie hätten nur noch vier Erbsen in der rechten Hosentasche. Energiekompetenz vom Feinsten, Burnout-Prävention von Kindsbeinen an.

Auf die eigene Energie hören
Energiebalance wird im «La Nave» grossgeschrieben. Auch die heutigen Gäste sind eingeladen, für einmal besonders aufmerksam auf ihre eigene Energiebilanz zu achten. Sich der eigenen Bedürfnisse bewusst zu werden. Alles zu vermeiden, was Stress verursacht. Vermeintliche Erwartungen ganz bewusst nicht erfüllen. Es niemandem recht machen.

Und sich erlauben, auch einmal auszuklinken: bei einem Spaziergang frische Luft schnappen, im Brütwerk in Fachliteratur stöbern oder in der Mensa bei Speis und Austausch neue Energie tanken. Wer weiss, vielleicht wandert dabei sogar die eine oder andere Erbse wieder zurück in die rechte Hosentasche.

Lernen nach Gehirn und Gusto
Die Versuchsanordnung der Weiterbildung lässt dafür viel Spielraum. Jede und jeder kann sich nach eigenem Gusto – und nach eigenem Gehirn – durch den Tag bewegen. Allein oder gemeinsam. Sitzend oder bewegt. Je nach Bedürfnis und Betriebssystem.
Was dem einen Energie gibt, kostet den anderen Kraft. Was für die eine Person inspirierend ist, wirkt auf die nächste wie Hintergrundrauschen.

Aufbruch aufs Sonnendeck
Und so trennen sich die Wege bereits nach einer halben Stunde. Die einen schliessen sich einer Lerngruppe an, andere starten mit einem Spaziergang Richtung Riet. Wieder andere durchstreifen das nach frischem Holz duftende Schiff von unten nach oben. Vorbei an Rutschbahn, Rückzugsnischen und Sitztreppen, hinauf aufs Sonnendeck mit Blick zum Horizont. Hier lässt es sich in See stechen. Eine Lernreise beginnen, Talente entdecken, die Persönlichkeit entfalten und den eigenen Weg finden. Und zwischendurch diskret prüfen, wie viele Erbsen noch in der rechten Hosentasche liegen.

Wenn der Stress hörbar wird
Nach dem Mittagessen stossen aus verschiedenen Lernhäusern weitere Gäste dazu. In der Mensa entsteht Dichtestress. Ideale Bedingungen für eine unangekündigte Simulation, die die aufgeräumte Stimmung kurz durcheinanderwirbelt.

Eine unklare Aufgabenstellung sorgt für zusätzliche Unruhe, verstärkt durch penetrante Geräusche aus der Küche, wo Pfannen und Bleche auf die Bodenplatten prallen. Selbst den Koch kostet die Übung als Verursacher des Lärms mindestens eine Erbse.

Blick in eine andere Wahrnehmungswelt
Der erzeugte Stress bildet den Vorspann für das Impulsreferat von François Matthey, Experte in eigener Sache, wenn es um Fragen rund um Neurodivergenz und ADHS in Schule, Alltag und Beruf geht.

Anschaulich schildert er, wie es sich anfühlen kann, wenn Informationen nicht gefiltert werden können: wenn man ständig alles sieht, hört, riecht und fühlt; wenn das Arbeitsgedächtnis bereits ab 10 Uhr voll ist; wenn die Zukunft im Nebel liegt, weil es nur die Zeitdimensionen «Jetzt» oder «Nicht jetzt» gibt; wenn eine Deadline brennen und der Rauch bereits in der Nase liegen muss, damit ein Anfang überhaupt gelingen kann.

«Bewegung ist der grösste Hebel, den ich habe», sagt François Matthey. Balancieren stimuliere das Kleinhirn, mit der Hand über die Holzwand fahren, bedeute Regulation. Und nennt eine ganze Reihe kleiner Massnahmen, die helfen. Grössere Aufgaben in kleine Schritte aufspalten. Die kleinen Schritte feiern. Pausen machen. 15 Minuten früher zu einem Treffen gehen, um dann wenigstens 5 Minuten früher vor Ort zu sein.

Die grosse Erbsenzählung
Auf der Grundlage dieser eindrücklichen Sensibilisierung verteilen sich die Zuhörenden auf praxisorientierte Workshops: über die Begleitung von Jugendlichen mit ADHS oder ASS im Schulkontext, über die Stärkung exekutiver Funktionen im Unterricht, über Nachteilsausgleich und Lernbegleitungsformen oder über Übungen zur Wahrnehmung und Reduktion von Stress.

Am Ende treffen sich alle zur grossen Erbsenzählung. Sie zeigt, wie gut es gelungen ist, die bestmögliche Version dieser Weiterbildung zu gestalten, zugeschnitten auf die Bedürfnisse des eigenen Gehirns.

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