Stefan
Forster

Fotograf

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Die Kamera als Vorwand

DIEPOLDSAU/WIL – Schon als Jugendlicher verbrachte Stefan Forster (35) seine Freizeit am liebsten draussen in der Natur. Heute reist der ehemalige SBWler (SBW Neue Medien, 2003-2006) um die Welt, begleitet von Foto­apparat und Kamera, und kehrt mit faszinie­renden Bildern zurück.

Daniela Huijser

Die Fotokamera war für Stefan Forster zuerst nur ein Accessoire. Ernsthaft fotografieren wollte er als Jugendlicher gar nicht. Die Kamera diente ihm lediglich als Vorwand, um stundenlang seiner wahren Leidenschaft zu frönen: Allein draussen in der Wildnis zu sein. Der 35-Jährige erklärt schmunzelnd: «Das hätte mein Umfeld kaum verstanden, also nannte ich als Hobby die Landschafts­fotografie.» Aus einer Alibiübung ist längst eine Passion geworden. Stefan Forster ist ein weltweit anerkannter Landschafts­fotograf und -filmer sowie begehrter Veranstalter von Fotoreisen.

Die weite Welt als Zuhause

Forster ist seit acht Jahren verheiratet, Vater eines siebenjährigen Sohnes und wohnhaft in Diepoldsau. Sein weiteres Zuhause ist die weite Welt – vor allem die kalte Welt. «Island, Grönland und Patagonien sind meine Lieblings­länder. Und dort vor allem jene Regionen, in denen es besonders kühl, windig und nass ist», sagt er mit einem Lachen. Unter extremen Bedingungen wandert er besonders gern, ist oft auch mit dem Zelt draussen. «Hotels mag ich nicht so. Ich will genau dann vor Ort sein, wenn die Sonne über einer besonderen Landschaft auf- oder untergeht. Und das kann ich am einfachsten, wenn ich auf den Berggipfeln zelte.»

So entstehen jene Bilder, die andere staunen lassen. Bilder die «echt» seien, wie Stefan Forster mit Nachdruck betont: «Die Bilder, die ich zeige, sind genau so entstanden und nicht nachträglich am Computer von mir verändert worden. Allerdings kann es sein, dass ich vom selben Sujets Hunderte Fotos habe, die nicht genauso gut geworden sind. Und die publiziere ich ja nicht.»

Drohne und Zelt auf dem Buckel

Obwohl die Last seiner ersten Drohne schwer wog, denkt Stefan Forster gerne an sie zurück. Denn mit ihr begann seine Karriere als Drohnen­filmer. «Ich machte Aufnahmen in Gegenden, die kaum jemand bereiste. Meine Filme stellte ich auf Youtube – und so wurden andere auf mich aufmerksam.»

Zum Beispiel die BBC oder Netflix, die ihre Doku­mentar­filme regelmässig mit Material des Ostschweizers anreichern. Mit konkreten Vorgaben für Wetter- und Landschafts­aufnahmen reist er in die jeweiligen Länder. Oft aber ist Stefan Forster auch zum persönlichen Vergnügen unterwegs und filmt, was ihn gerade begeistert.

«Die Welt von oben»

So sind in den vergangenen acht Jahren rund 28 Terabyte Filmmaterial zusammen­gekommen. Die Höhepunkte seiner Sammlung zeigt er nun in seiner Show «Die Welt von oben» in der ganzen Deutschschweiz. «Acht Wochen brauchte ich allein fürs Programmieren, aber schon die Auswahl war eine grosse Heraus­forderung. Denn ich möchte ja zu meinen Bildern auch etwas Unterhaltsames erzählen können», sagt Forster, der sich als Perfektionist bezeichnet. Er, der beruflich am liebsten allein fernab der Zivilisation unterwegs ist, freut sich darauf, seine besonderen Erlebnisse mit einem Publikum zu teilen.

Spitzbergen, Grönland und Norwegen

Ein Einsiedler sei er nicht, hält der Filmprofi fest. «Das Alleinsein gefällt mir auch deshalb sehr, weil ich weiss, dass ich nicht allein bleiben muss.» Dass er während eines Jahres rund sechs Monate im Ausland verbringt und in der Schweiz viel Zeit mit Kursen und Shows verbringt, sei fürs Familienleben eine Heraus­forderung, sagt er. «Meine Frau wusste, worauf sie sich einlässt – sie ist selbstständig und steht mit beiden Beinen im Leben.»

Iris Forster ist stark involviert in seinen Berufsalltag; sie hält ihm den Rücken frei, erledigt alles Administrative und organisiert seine Fotoreisen. Sie hat zudem freie Hand bei der Wahl der Familien­ferien­destination. «Iris entscheidet sich meistens für ein Familienhotel im Südtirol», sagt er grinsend. Dieses Jahr ist bereits verplant: Nach seiner Tour mit «Die Welt von oben» geht’s gleich nach Island, danach nach Bolivien und Chile sowie nach Spitzbergen, Grönland und Norwegen.

Website Stefan Forster
YouTube Stefan Forster

Dieser Text ist am 17. Januar 2022 in der Wiler Zeitung erschienen. Mit freundlicher Genehmigung der Autorin Daniela Huijser.

 

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